Hastelloy
Hastelloy ist der Markenname einer Gruppe hochkorrosionsbeständiger Nickelbasislegierungen und eine eingetragene Marke des US-Herstellers Haynes International, Inc. Die damit bezeichnete Gruppe von Werkstoffen ist gegen viele aggressive Chemikalien beständig. Die Legierungen bestehen im Kern aus Nickel, kombiniert vor allem mit Chrom, Molybdän und je nach Variante Wolfram, Eisen oder Kobalt. Verbreitete Typen sind unter anderem Hastelloy C-276 (Werkstoff-Nr. 2.4819), C-22 (2.4602), B sowie X – jede Variante ist auf ein bestimmtes Korrosions-, Temperatur- oder Beständigkeitsprofil hin optimiert. Hastelloy wird typischerweise dort eingesetzt, wo herkömmliche Edelstähle an ihre Grenzen stoßen.
Besondere Eigenschaften
Das herausragende Merkmal von Hastelloy ist die außergewöhnliche Korrosionsbeständigkeit – sowohl in oxidierenden als auch in reduzierenden Medien. Der Werkstoff C-276 ist beispielsweise einer der wenigen Werkstoffe, die gegen Hypochlorite, feuchtes Chlorgas und Chlordioxid beständig sind, und wird häufig in heißen, verunreinigten mineralischen Säuren, organischen Säuren und Seewasser eingesetzt. Weitere charakteristische Eigenschaften sind eine hervorragende Beständigkeit gegen Lochfraß sowie Spalt- und Spannungsrisskorrosion, eine gute Beständigkeit gegen Chloridionenangriff sowie eine hohe Temperaturfestigkeit und Langlebigkeit. Diese Eigenschaften reduzieren Ausfälle und Wartungsaufwand und erhöhen die Betriebssicherheit in chemisch stark belasteten Umgebungen.
Einsatz in der Probenahme von Schüttgütern
Im Zusammenhang mit der Probenahme von Schüttgut kommt Hastelloy für die Herstellung von medienberührten Bauteilen von Probenahmegeräten in Betracht – also überall dort, wo das Material des Probenehmers in direkten Kontakt mit korrosiven, aggressiven oder reaktiven Schüttgütern und deren Restfeuchte oder Dämpfen gelangt. Denkbar sind etwa Probenahmesonden, Schnecken, Kolben, Stutzen oder Ventilkomponenten, die mit chemisch belastenden Pulvern, Granulaten, Salzen oder Düngemitteln in Berührung kommen. Hastelloy eignet sich besonders dann, wenn ein hochkorrosionsbeständiger Edelstahl (z. B. 1.4404 / 1.4571) nicht mehr ausreicht, etwa bei chlorid- oder säurehaltigen Medien. Da Hastelloy ein vergleichsweise kostenintensiver Werkstoff ist, wird er gezielt für die Inhaltsstoffe bzw. Materialparameter gewählt, die seine Eigenschaften tatsächlich erfordern – nicht als Standardwerkstoff. Wie bei anderen Werkstoffen gilt: Die Auswahl des geeigneten Materials für Probenahmegeräte hängt von der Art des Schüttguts, den spezifischen Anforderungen der Probenahme und Analyse sowie den geltenden Sicherheits- und Qualitätsstandards ab.
In welchen Industrien
Hastelloy ist überall dort relevant, wo in der Schüttgut-Probenahme aggressive oder korrosive Medien auftreten. Schwerpunkte sind die Chemie und chemische Verfahrenstechnik (Säuren, Chloride, oxidierende Salzlösungen), die Pharma- und Feinchemie (korrosive Wirkstoffe und Lösungsmittel), die Düngemittelindustrie sowie zunehmend Umwelt-, Meerwasser- und Wasserstofftechnik. Hastelloy G-30 ist eine besonders gegen Phosphorsäure korrosionsbeständige Legierung und deshalb gut einsetzbar bei Dünger-Herstellungsanlagen. Branchen wie Bergbau + Steinbruch oder die Lebensmittel-Industrie kommen mit Standard-Edelstählen meist aus; hier ist Hastelloy nur in Sonderfällen erforderlich.
Gesetzliche Vorgaben und Richtlinien
Es gibt keine spezielle Vorschrift, die Hastelloy in der Probenahme vorschreibt. Maßgeblich ist vielmehr die Werkstoff-Eignung im Rahmen der für die jeweilige Anwendung geltenden Regelwerke. Relevant sind insbesondere die Werkstoffnormen über die europäischen Werkstoffnummern (z. B. 2.4819 für C-276, 2.4602 für C-22) sowie Werkstoffkennblätter (u. a. VdTÜV-Werkstoffblatt 479 für 2.4602). Im Geltungsbereich von Druckgeräten ist die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU einschlägig, in ATEX-relevanten Umgebungen die ATEX-Vorgaben. Für medienberührte Teile in der Probenahme spielen außerdem die anwendungsbezogenen Normen und Richtlinien zur Werkstoffbeständigkeit, Reinigbarkeit und gegebenenfalls Produktverträglichkeit eine Rolle. Die konkreten Anforderungen variieren je nach Industrie, Land und Art des Schüttguts.
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